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Ich fliege 1st Comedy Class

12 Aug

Mensch Kinder, was waren das für zwei verrückte Tage. Was haben wir gelacht. Was haben wir gelitten.

Ich befinde mich auf meinem Heimflug, und ich schreibe diesen Text gerade in 11.900 Meter Fallhöhe unter heftigen Turbulenzen. Eigentlich schreibe nicht ich das. Es ist mein Gefühlschaos, dass hier kraftvoll in die Tasten haut. Ein peinlicher Anfall von Rührsehligkeit ist der offensichtliche Trigger. Und der wird noch vielfach verstärkt durch ein Warsteiner Pils auf nüchternen Magen. Serviert hat mir die lauwarme Dose eine Saftschubserin im Praktikum, die mit meiner nicht-safthaltigen Bestellung vor eine echte Challange gestellt wurde.

Es tut so gut zu wissen, dass es euch liebenswerten Bekloppten da draussen gibt. Ihr habt mich alle wie der Blitz ins Herz und Hirn getroffen. Ich hab´ wieder leise Hoffnung, dass nicht ich die Verrückte bin, sondern dass es noch ein paar sensible Seelen da draussen gibt, die den Alltagswahnsinn auch als solchen erkennen. Offensichtlich tragen wir ähnliche Brillen auf der Nase. Mit Kassengestellen aus Oberursel.

Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja wieder einmal. Zum Beispiel in Herne. Hannover ginge zur Not auch. Falls dann Messe ist, und alle Hotels ausgebucht sind, bringe ich meine 4-Meter-Matratze mit. 7-Zonen-Komfortschaum und 3-Kammer-Viskosekern, sowie fünfach-Springfederbuster mit hervorragender Punktelastizität. Also noch weicherererer. Da passen wir alle locker drauf. Darauf fände sich sogar noch Platz für Kuscheltiere und Würgeschlangen jeder Art. Falls jemand das mitbringen möchte.
Basti bringt in jedem Fall den Kartoffelsalat mit. Aber Paco lässt die Panflöte besser zu Hause. Der Termin müsste allerdings für Frau Fobbe lehrerkompatibel in den Schulferien liegen. Und dann üben wir zusammen, wie wir locker und gelassen 30 Minuten Comedy auf der Bühne hinbekommen.

Ich wüde mich sehr freuen, wenn Thorsten auch käme. Aber ich befürchte, er wir es nicht rechtzeitig schaffen. Schliesslich muss er sich um Kaya Yanar kümmern. Und sich die Sorgen von Rüdiger Hoffmann anhören. Das zieht sich. Und dann sind da noch die Mitreisenden im Zug nach Hannover. Gewiss werden sie ihm ihre Lebensgeschichten und politischen Ansichten mitteilen wollen. Das kann dauern. Nimmt dir ruhig Zeit dafür, Thorsten. Wir heben dir noch etwas Kartoffelsalat auf.

Aber so wunderbar unberechenbar, wie das Leben nunmal ist, wird das so nicht eintreffen. Jeder von uns wird versuchen sein Ding zu machen, und hin und wieder mal mit einem Grinsen an das Wochenende in Köln denken.

Und wer weiß, in zwei, vielleicht drei Jahren, werde ich den Drang verspüren eine Auszeit nehmen zu wollen. Weil ich dem ganzen Erfolgsrummel und den Paparazzi mal für eine Weile entkommen möchte. Ich werde mich dann für ein paar Wochen zurückziehen. Nach Tibet vielleicht. Ein Schaolin-Kloster wäre schön. Und bei meinem Glück treffe ich da oben Norbert. Und dann werde ich mich fragen

WARUM HAB ICH NICHT DEN PONYHOF GEBUCHT?!

Alles Liebe und Gute von mir.

Ich drück´ euch an mein Triple-Mutterherz.

Bussi, Gita