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Mathe ist mein Mantra

7 Feb

Fragt man Kinder, was sie einmal werden wollen, wissen es Jungs häufig meistens genau: Astronaut, Castingstar, Harzer, oder vielleicht Einer-mit-viel-Kohle. Fragt man Mädchen, wollen die doch lieber etwas mit „Tieren, Medien oder Menschen und so“ machen. Um Berufe mit viel Mathe drin, machen viele einen großen Bogen, weil sie angeblich davon nicht viel Plan haben.

Frauen, die bis etwa Mitte Zwanzig zählen können, landen häufig in diesen klassischen Helferinnenberufen. Beim Arzt beispielsweise, beim Rechtsanwalt vielleicht an der Wursttheke, oder wo auch immer sie Männern zur Hand gehen können.

Und Frauen wie ich, die Karriere machen wollen, studieren. Vielleicht machen wir ein Diplom in Pferde-Fusspflege oder wir erwerben unseren Master in asiatischer Origami-Geschichte. Einen bezahlten Job finden wir später zwar nicht, aber zumindest können wir unsere Taxikunden mit selbst gefalteten Visitenkarten beeindrucken.

Da wundert es auch keinen, dass Rück-mich-wieder-zurecht-Kurse auf der ganzen Welt so gut besucht sind. Mit meist fernöstlichen Techniken wird dort dann versucht, dem Frust meditativ mal so richtig in den Hintern zu treten.

Dabei kann es so einfach sein. Man muss nicht unbedingt unverständliche indische Mantras vor sich hinsummen. Mann kann zu Hause auch so ganz prima entspannen – mit heimischer Mathematik zum Beispiel.

Das glaubt ihr mir jetzt nicht.

Dann lehnt euch mal entspannt zurück, und lasst folgende Worte nun auf euch wirken. Denn euer Leben wird nicht mehr das gleiche sein, wenn ihr die Weisheit des nächsten Absatzes in seiner ganzen Tiefe erfasst habt.

2+2 ist 4.

Na und? Das werden jetzt die meisten denken.

Aber, 2+2 ist auch morgen noch 4, und übermorgen, und in drei Millionen Jahren. Das klappt übrigens auch prima mit 3 + 1. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass wir uns auf die Mathematik verlassen können. Die Mathematik schafft Struktur, gibt uns somit Orientierung und schenkt uns Klarheit.

Selbst wenn man glaubt, das es nicht mehr weiter geht, weil man ganz unten angekommen ist, bei Null, auch da überrascht uns die Gute. Denn es geht weiter: –1, -2. –3…. Es kann noch so negativ werden, wir können so tief fallen. Die Mathematik fängt uns immer wieder auf. Das ist doch was wert.

Das hat doch was. Da kann sich die Welt von mir aus immer schneller drehen und verändern. Da kann der eigene Lebenslauf plötzlich in eine ganz andere Richtung laufen als man selbst. Da kann eine Demokratie durch eine Diktatur, D-Mark durch Euro, Raider durch Twix ersetzt werden. Na und? Sollen die mich doch alle verlassen.

Eines bleibt mir immer und ewig.

2 + 2 ist 4.

Und das finde ich beruhigend.

Ohm!